Zeitscheibe Multitasking

Die Multitasking – Falle

Mythos Multitasking – Ich bin multitaskingfähig, Frauen können besser multitasking, das kann man nebenbei mitmachen, Männer sind nicht multitaskingfähig. Bist DU nicht multitaskingfähig? Papperlapapp …

Motto: Operative Hektik ersetzt geistige Windstille.

„Autofahren, telefonieren, essen… kein Problem.“  – Ein potenziell tragischer bis tödlicher Irrtum.

In der modernen Arbeitswelt wird Multitasking gefordert. Es ist die neuzeitliche Art sich hervor zu tun und zu hoffen, dass man andere damit beeindruckt. Wer viele Aufgaben gleichzeitig macht, ist wichtig und arbeitet hart. Die schlechte Nachricht ist, es ist nur ein Mythos, die gute Nachricht ist, es ist nicht schlimm, wenn man es nicht kann, denn es kann keiner.

Für die These, dass Frauen eher multitaskingfähig sind als Männer gibt es bis heute keinen wissenschaftlich Beweis. Die Gehirne sind baugleich. Wir sind auch nicht besser multitaskingfähig als unsere Vorfahren, denn seit mehr als 2000 Jahren hat sich die Struktur unseres Gehirns nicht  verändert.

Was genau ist eigentlich Multitasking?

Der Begriff kommt aus der Welt der Computer und beschreibt die Fähigkeit eines Systems pro Zeiteinheit mehr als 5 Operationen gleichzeitig ausführen zu können. Dabei müssen Hard- und Software aufeinander abgestimmt sein. Der Prozessor  muss die Struktur haben und das Betriebssystem muss diese Struktur optimal bedienen können. Wie steht es jetzt mit unserem Gehirn? Kann man gleichzeitig zwei Mails schreiben, oder ein Buch lesen und dabei ein Lied singen?

Multitasking ist eine Frage der Wahrnehmung. Häufig wird Multitasking mit dem Zeitscheibenverfahren verwechselt. Was wir in Wirklichkeit machen ist, mehrere Dinge anfangen und jede Aufgabe erhält einen bestimmte Anzahl von Zeiteinheiten, bevor die nächste dran ist. Dies ist eine sequentielle Bearbeitung und zu mehr ist unser Gehirn auch nicht fähig. Scheinbar gleichzeitig ablaufende Prozesse werden in Wirklichkeit getaktet und nacheinander bearbeitet. Wir schalten also ständig zwischen den Aufgaben hin und her (Kontext – Switch). Und dabei gehen immer Informationen und Zeit verloren. Auch wenn man die Zeiteinheiten noch so klein macht, es bleibt immer eine sequentielle Bearbeitung.

Dies kann auch krankhaft werden und man verliert die Fähigkeit zu fokussieren. Denn wer ständig zwischen den Themen hin und her schaltet (Monkey Mind) kann schlechter klar denken. Jede Teilaufgabe braucht dann eine längere Anlaufphase und es kommt zum Sägezahn Effekt. Dabei wird dann wertvolle Zeit verschwendet. Das ist nicht nur ineffizient sondern kann auch krank machen und in einer Depression enden.

Man hüte sich also vor Leuten, die „Multitasking“ können, denn sie wissen nicht was sie reden.

“Wer zwei Hasen jagt, fängt keinen.”
(Japanisches Sprichwort)

Hinweise  zu Multitasking, …

// grumbler //

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